Imarhan
Verankert in Tamanrasset im Süden Algeriens entwickelt die Tuareg-Gruppe Imarhan seit Anfang der 2010er Jahre eine Musik, die das Tichumaren (oft als ‚Desert Blues‘ bezeichnet) mit stärker vom Rock, Pop und saharischem Funk geprägten Formen verbindet. Die Gruppe, bestehend aus mehreren Musikern aus der Tuareg-Gemeinschaft, singt hauptsächlich in Tamasheq und stützt sich auf E-Gitarren, Chöre und Rhythmen, die sowohl von lokalen Festlichkeiten als auch von urbaner Musik inspiriert sind. Das erste, gleichnamige Album ‚Imarhan‘ erschien 2016, gefolgt von ‚Temet‘ 2018, das die Rockeinflüsse und kollektiven Arrangements betont, und ‚Aboogi‘ 2022, aufgenommen in ihrem eigenen Studio in Tamanrasset und geprägt von einer akustischeren, intimere Herangehensweise. Imarhan hat sich durch Tourneen in Nordafrika, Europa und Nordamerika in eine zeitgenössische saharische Szene eingeordnet, die mit internationalen unabhängigen Netzwerken verbunden ist, und pflegt zahlreiche Kooperationen mit anderen Tuareg-Musikern sowie Gästen aus der alternativen Musik. Ihr Schaffen steht damit an der Schnittstelle regionaler Traditionen und eines modernen elektrischen Sounds, in dem sich repetitive Gitarrenmotive mit geschmeidigen Basslinien und mittigen Grooves nahe der Soulmusik verbinden, und deren Texte sowohl den Alltag in Tamanrasset als auch die gesellschaftlichen Veränderungen in der Sahara behandeln.
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