The Notwist
Ende der 1980er-Jahre im kleinen bayerischen Städtchen Weilheim entstanden, fand The Notwist in einer lokalen Szene zusammen, in der Independent-Rock, Jazz und experimentelle Musik aufeinandertreffen. Gegründet von den Brüdern Markus und Micha Acher gemeinsam mit Schlagzeuger Martin Messerschmid, bewegte sich die Band zunächst in einem an Hardcore und Metal angelehnten Spektrum, bevor sie sich nach und nach einem melodischeren Rock zuwandte. Die frühen Alben The Notwist (1990) und Nook (1992) dokumentieren diesen Wandel, während 12 (1995) und anschließend Shrink (1998) deutlichere elektronische Elemente und von Jazz und Postrock geprägte Harmonien integrieren. Mit dem Einstieg von Martin Gretschmann als Programmierer verfestigte sich der Wechsel zu einer hybriden Ästhetik, die The Notwist mit Neon Golden (2002) und The Devil, You + Me (2008) weiter verfeinerte, wo elektronische Texturen, zurückhaltende Gitarren und eine fragile Stimme in einem indiepopnahen Format zusammenfinden. In den 2010er-Jahren trug eine erweiterte Besetzung um Andi Haberl, Max Punktezahl und Cico Beck die Veröffentlichungen Close to the Glass (2014), die instrumentale Sammlung The Messier Objects (2014) sowie das Live-Album Superheroes, Ghostvillains + Stuff (2016). Mit Vertigo Days (2021) setzt The Notwist die Erforschung repetitiver Strukturen, mitunter krautrockartiger Stimmungen und detailreicher Arrangements fort, die häufig vom Austausch mit dem Netzwerk paralleler, mit Weilheim verbundener Projekte wie Tied & Tickled Trio, Lali Puna oder 13 & God genährt werden.
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