Danyèl Waro

Geboren 1955 in Saint-Pierre auf der Insel La Réunion, hat sich Danyèl Waro als einer der Gestalter der Erneuerung des maloya etabliert, das er seit Anfang der 1980er Jahre aus einer akustischen Praxis entwickelt, die Stimme, Chöre und traditionelle Perkussion in den Mittelpunkt stellt. Danyèl Waro singt auf Réunion-Kreolisch Texte, die zugleich intim und politisch sind, geprägt von der Geschichte der Sklaverei, den aktuellen sozialen Realitäten und Identitätsfragen, und verbindet langsame Klagelieder, Trancegesänge und dem Blues nahe stehende Formen. Geprägt durch eine Haftstrafe Ende der 1970er Jahre wegen Wehrdienstverweigerung, verortet er seine künstlerische Arbeit in einem engagierten, kollektiven Ansatz, leitet maloya-Formationen auf der Insel und tritt regelmäßig auf europäischen und Indischer-Ozean-Bühnen auf. Seine Alben Aou Amwin? (1994), Batarsité (1999), Bwarouz (2002), Tinn Tout (2010) und Monmon (2017) haben Danyèl Waro allmählich in den internationalen Weltmusikbetrieb gebracht, bleiben jedoch in den rohen Klängen von roulèr, kayamb und responsorialem Gesang verwurzelt. Als Dichter ebenso wie Sänger arbeitet er seine Texte als Fortsetzung der Alltagssprache und verleiht dem maloya einen besonderen Platz in der frankofonen Musikwelt und darüber hinaus.

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