Orishas
Orishas, Ende der 1990er Jahre in Havanna im Gefolge der Gruppe Amenaza gegründet, entwickelte einen kubanischen Rap, der von Latin Hip-Hop, Son, Rumba, Guajira und Bezügen zur afro-kubanischen Kultur geprägt ist. Das Projekt erhielt internationale Dimension, als Yotuel Romero, Roldán González, Ruzzo Medina und anfangs Flaco-Pro nach Europa gingen und in Paris unterschrieben — ein entscheidender Schritt in einer kubanischen Szene, deren Produktionsmittel damals begrenzt waren. Orishas zeichnete sich schnell durch eine Schreibweise zwischen Sozialchronik, diasporischer Identität und musikalischem Gedächtnis aus, mit ausgeprägtem Einsatz gesungener Refrains und Arrangements, die aus den Traditionen der Insel schöpfen. Diese Ästhetik ist bereits auf A Lo Cubano (2000) zu hören, später auf Emigrante (2002), El Kilo (2005) und Cosita Buena (2008). Nach einer Pause formierte sich Orishas 2016 neu und veröffentlichte 2018 das Album Gourmet. Im Verlauf ihrer Tätigkeit zwischen Kuba, Frankreich, Spanien und Italien traten Orishas auf europäischen und lateinamerikanischen Bühnen auf und pflegten zahlreiche Kooperationen mit anderen Akteuren der urbanen Szene, unter anderem mit Calle 13 auf dem Titel „Pa’l Norte“ (2007).