Orville Peck
Eine Fransenmaske und ein filmisch anmutendes Western-Universum bilden die Kulisse für Orville Pecks Country-Projekt. Peck ist ein in Südafrika geborener Musiker, der in Kanada lebt; seine zivile Identität bleibt hinter der Figur des maskierten Crooners bewusst zurückgenommen. Ende der 2010er Jahre trat er mit einer alternativen Country-Ästhetik hervor, die klassische Nashville-Referenzen, Americana sowie dunklere Einflüsse aus Goth und Shoegaze verbindet, getragen von einer tiefen Stimme und stark halligen Arrangements. Das erste Album Pony (2019) etablierte diese Stilistik zwischen langsamen Balladen, Roadmovie-Akzenten und queerer Cowboy-Ikonographie; die EP Show Pony (2020) bestätigte die Ausrichtung auf moderne Country, nicht zuletzt durch ein Duett mit Shania Twain. Mit Bronco (2022) erweiterte Peck sein Spektrum hin zu einem volleren Sound mit Midtempo-Rhythmen, dichteren Orchestrierungen und Erzählungen von Entwurzelung, Begehren und Marginalisierung. 2024 versammelt Stampede: Vol. 1 Coverversionen und Kollaborationen, darunter ein Stück mit Willie Nelson, und verortet ihn stärker im Dialog zwischen countrytypischem Erbe und zeitgenössischen Neuinterpretationen. Auf nordamerikanischen und später auch europäischen Bühnen bewegt sich Orville Peck zwischen Indie-Kreisen, Festivals und mittelgroßen Venues und kultiviert ein melancholisches Western-Imaginar, in dem queere Kultur, Cowboy-Ästhetik und traditionelles Country-Songwriting aufeinandertreffen.