François Jeanneau

François Jeanneau, 1935 in Paris geboren, erhielt zunächst eine Ausbildung in Querflöte am Konservatorium, bevor er sich autodidaktisch das Sopran- und später das Tenorsaxophon aneignete, nachdem er bei Pariser Konzerten von Charlie Parker und Sidney Bechet zum Jazz gefunden hatte. Anfang der 1960er Jahre spielte er im Quartet des Schlagzeugers Mac Kac im Club Saint‑Germain und begleitete dort amerikanische Gastmusiker – eine Erfahrung, die sein musikalisches Vokabular prägte. Nach einem Aufenthalt in Finnland 1962 mit Aldo Romano und Jean‑François Jenny‑Clark wandte er sich freien Improvisationsformen zu und beteiligte sich an den frühen Etappen des Free Jazz in Frankreich, unter anderem mit Jef Gilson auf Enfin! und mit François Tusques auf Free Jazz. Sein Weg führte ihn außerdem über die Gruppe Triangle (1970–1974) zu einer Reihe von Leader‑Aufnahmen, darunter Un bien curieuse planète (1975), Techniques douces (1976) und Ephémère (1977), in denen Komposition, modaler Jazz, offene Improvisation und orchestrale Klangfarben zusammenfließen. 1979 gründete er Pandemonium, 1986 leitete er bei der Gründung das Orchestre national de jazz, und er entwickelte eine umfangreiche pädagogische Tätigkeit am Conservatoire de La Réunion sowie am CNSMD in Paris. Ab Ende der 1990er Jahre beschäftigte er sich zudem mit Soundpainting, zunächst mit Walter Thompson und später im Rahmen des Spoumj.

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Nov. 17, 2022