Daïda

Der Name DAÏDA verweist auf den Daïdarabotchi, eine riesenhafte Gestalt der japanischen Mythologie — ein Bildmotiv, das die Musik dieses Ensembles durchzieht, das sich dem elektrischen, progressiven Jazz verschrieben hat. DAÏDA entwickelt eine Schreibweise, in der Improvisation zentral bleibt, sich jedoch in kompakteren Formen entfaltet, genährt sowohl von der Energie aktueller Pop-/Popularmusik als auch vom Vokabular des zeitgenössischen Jazz. Das Projekt lässt nervöse Pulsationen, weite Melodien, spannungsgeladene Passagen und luftigere Momente nebeneinander bestehen und spielt mit dem Dialog zwischen akustischen Texturen und elektrischer Intensität. In der Ästhetik von Daïda spiegeln sich Referenzen wie Christian Scott, Joe Hisaishi oder Radiohead in einer Vorliebe für Kontraste, erzählerische Stimmungen und tranceähnliche Steigerungen wider, ohne den Solisten und dem kollektiven Spiel den gebührenden Raum zu nehmen. DAÏDA gehört damit zu einer zeitgenössischen Jazzszene, die offen ist für Wechselwirkungen zwischen Komposition, Groove, Liedhaftigkeit und klanglichen Erforschungen — Musik, die sowohl für die Bühne als auch fürs konzentrierte Hören gedacht ist.

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Mai 26
Juni 30, 2023
Jan. 14, 2023