Bill Evans

Geboren in Plainfield, New Jersey, 1929, und vor allem in New York aktiv, hat Bill Evans den modernen Jazz nachhaltig geprägt durch einen Klavieransatz, in dem Cool Jazz, Post-Bop und modal Jazz sich kreuzen, mit einem Harmonieempfinden, das von Debussy, Ravel und Bach genährt wird. Nach dem Studium klassischer Musik am Southeastern Louisiana College und anschließend an der Mannes School of Music tritt Bill Evans in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre hervor, zunächst bei George Russell, dann im Miles-Davis-Sextett, mit dem er an der Aufnahme von Kind of Blue in 1959 beteiligt ist. Im selben Jahr etabliert Evans seine persönliche Welt deutlicher mit Everybody Digs Bill Evans, bevor er die Trio-Formel entwickelt, zentral in seiner Karriere. Das Trio, gebildet mit Scott LaFaro und Paul Motian, bleibt eine wichtige Orientierung in seinem Werdegang, dokumentiert auf Portrait in Jazz (1959), Explorations (1961), Sunday at the Village Vanguard (1961) und Waltz for Debby (1962). Sein Spiel, sofort identifizierbar, basiert auf luftigem Voicings, einer flexiblen Pulsation, singenden melodischen Linien und einem konstanten Dialog mit dem Kontrabass und dem Schlagzeug. Im Laufe der Jahre setzt Evans diese Arbeit fort mit Chuck Israels und später Eddie Gómez, parallel zu Kooperationen mit Jim Hall, Stan Getz, Monica Zetterlund und Tony Bennett. Zu seinen bemerkenswerten Aufnahmen gehören auch Conversations with Myself (1963), Alone (1968) und The Tony Bennett/Bill Evans Album (1975). Gestorben in New York 1980 hinterlässt Bill Evans ein Werk, das das Klavierspiel im Jazz nachhaltig beeinflusst und ein Repertoire, in dem Stücke wie Waltz for Debby, Peace Piece oder Time Remembered zu Standards geworden sind.

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