Wim Mertens
Geboren 1953 in Neerpelt, Belgien, hat Wim Mertens seit Ende der 1970er Jahre ein Werk geschaffen, das zwischen Minimalismus, zeitgenössischer Musik, repetitiver Schreibweise und Kammermusik angesiedelt ist. Klavier, zyklische Motive und eine sehr hohe Stimme, die er häufig in einer phonetischen, nicht-semantischen Sprache einsetzt, nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Als Student der Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft und Musikwissenschaft arbeitete er zudem für den belgischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wo er Konzerte und Sendungen über Komponisten wie Philip Glass, Steve Reich, Terry Riley oder Meredith Monk produzierte — ein wichtiger Bezugspunkt in seiner Entwicklung. 1980 veröffentlichte er For Amusement Only, ein elektronisches Stück, das aus Flipper-Sounds komponiert wurde, und baute sein Repertoire anschließend mit dem Ensemble Soft Verdict und als Solist auf Alben wie Struggle for Pleasure (1983), A Man of No Fortune, and with a Name to Come (1986) oder After Virtue (1988) aus. Sein Schaffen umfasst darüber hinaus Filmmusik und Bühnenmusik, etwa für Peter Greenaways The Belly of an Architect (1987) sowie für Theaterarbeiten von Jan Fabre. Über die Jahrzehnte hinweg wechselt Wim Mertens zwischen intimem Format, langfristigen Zyklen, Orchesterwerken wie Partes Extra Partes (2006) und symphonischen Einspielungen wie Open Continuum (2011), bleibt dabei aber weiterhin auf der Bühne präsent — solo, mit Ensemble oder mit Orchester.