Wadada Leo Smith
Geboren 1941 in Leland, Mississippi, hat Wadada Leo Smith seit den 1960er Jahren ein Werk entwickelt, das zwischen Avantgarde-Jazz, freier Improvisation und zeitgenössischer Komposition angesiedelt ist. Sein Trompetenspiel zeichnet sich durch offene Phrasierung, markante Pausen und eine sehr freie Struktur aus. Nach Anfängen in Rhythm-and-Blues-Gruppen trat er 1967 dem AACM in Chicago bei — ein entscheidender Rahmen für seine Auffassung von »creative music« — und gründete später zusammen mit Leroy Jenkins und Anthony Braxton die Creative Construction Company. In den 1970er Jahren gründete er das Label Kabell, studierte Ethnomusikologie an der Wesleyan University und entwickelte sein eigenes Notationssystem, das Ankhrasmation heißt. Seine Diskografie als Bandleader reicht vom Solo bis zu großen Ensembles; Stationen sind unter anderem Divine Love (1979), Kulture Jazz (1993), das Golden Quartet ab 2000 und Ten Freedom Summers (2012), das 2013 für den Pulitzer-Preis in Musik nominiert wurde. Er arbeitete außerdem an Projekten mit Henry Kaiser zum elektrischen Repertoire von Miles Davis und kollaborierte mit Anthony Davis, Jack DeJohnette, John Zorn, Vijay Iyer und Andrew Cyrille. Langjährig lehrte er am California Institute of the Arts; sein Schaffen setzt sich fort in einem Spannungsfeld, in dem Improvisation, Komposition und Reflexion über die amerikanische Geschichte regelmäßig zusammentreffen.
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