Tri Yann

Gegründet 1971 in Nantes, gehört Tri Yann zur Erneuerung der Folk- und bretonischen Musik in Frankreich und wurde von den drei Gründern Jean‑Louis Jossic, Jean Chocun und Jean‑Paul Corbineau ins Leben gerufen; der bretonische Name Tri Yann an Naoned bedeutet „die drei Jean von Nantes“. Die Gruppe entwickelte ein Repertoire aus traditionellen bretonischen Melodien, historischen Klage- und Seemannsliedern, das sie mit der französischsprachigen Chanson und rockigen Einflüssen verband, wobei Chöre und kollektive Arrangements eine wichtige Rolle spielen. Bereits mit dem Album „Tri Yann an Naoned“ (1972) etablierten sie sich auf Fest‑Noz‑Bühnen, in Folk‑Zirkeln und auf großen Festivals, bevor sie die Besetzung nach und nach erweiterten und an konzeptionellen Werken über keltische Mythen, das Meer und regionale Geschichte arbeiteten. In den 1980er‑ und 1990er‑Jahren verstärkte Tri Yann die szenische Dimension ihrer Konzerte und ging gelegentliche Kooperationen mit klassischen Ensembles ein, während sie eigene Kompositionen und Neuinterpretationen alter Themen abwechselten. In den 2000er‑Jahren erschienen thematische Alben wie „Marines“ (2003), „Rummadoù“ (2011) und „La Belle enchantée“ (2016), in denen die Gruppe ihre Auseinandersetzung mit bretonischem und keltischem Gedächtnis auf Französisch und Bretonisch fortsetzte. Nach einer letzten Abschiedstour Ende der 2010er‑Jahre beendete Tri Yann Anfang der 2020er‑Jahre seine Bühnentätigkeit und hinterließ eine umfangreiche Diskographie, die mehrere Jahrzehnte der Entwicklung elektrifizierter bretonischer Musik dokumentiert.

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