Tornado Wallace
Zunächst in der House‑Szene Melbournes in Australien aktiv, entwickelte Tornado Wallace, das Pseudonym des Produzenten und DJs Lewie Day, ab Anfang der 2010er Jahre eine Diskografie, die sich auf House und Disco/Nu‑Disco konzentriert und von balearischen sowie Ambient‑Klangfarben durchzogen ist. Tornado Wallace wurde durch eine Reihe von Maxis auf Labels wie Delusions of Grandeur, ESP Institute und Beats in Space Records bekannt, auf denen er einen Stil verfeinerte, der gemäßigte Tempi, warme synthetische Texturen und eine erzählerische Herangehensweise an die Tracks vereint – oft in Richtung Reiselmusik oder imaginärem Soundtrack. Nach seiner Ansiedlung in Berlin verankerte er seine DJ‑Praxis im europäischen Clubbetrieb und auf internationalen Tourneen, wobei er experimentellere Studioproduktionen mit tanzflächenorientierten Sets verband. Das Album Lonely Planet (Running Back, 2017) markiert einen wichtigen Schritt mit einer weiter gefassten Songstruktur, offen für Downtempo‑Atmosphären, kosmische Motive und Arrangements nahe instrumentaler Synth‑Pop. EPs wie Desperate Pleasures (Running Back, 2020) führen diese Suche in einem direkteren Club‑Register fort, behalten dabei aber die melodische und atmosphärische Dimension, die Tornado Wallaces Arbeit auszeichnet.
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