Tabou Combo

Gegründet in Pétion‑Ville, Haiti, Ende der 1960er Jahre um den Gitarristen Albert Chancy Jr. und den Schlagzeuger Herman Nau, setzte sich Tabou Combo schnell auf der lokalen Szene durch, bevor die Band Anfang der 1970er Jahre nach New York übersiedelte. Die Gruppe entwickelte einen direkten, elektrischen und sehr rhythmischen Compas, getragen von einer dichten Rhythmussektion, dominanten Bläsern und der Stimme von Roger “Shoubou” Eugène, mit Texten in Haitianischem Kreol, Französisch und gelegentlich Englisch oder Spanisch. Tabou Combo integrierte Elemente aus Funk, Soul sowie karibischer und lateinamerikanischer Musik in den Compas, was ihnen zunächst die Clubs der haitianischen Diaspora in Brooklyn öffnete und später zahlreiche Festivals in Europa, der Karibik, Lateinamerika und Afrika bescherte. Die Besetzung, oft als großes Tanzorchester angelegt, hat mehrere Personalwechsel erlebt, behielt jedoch den Namen Tabou Combo und eine ästhetische Kontinuität, die auf Groove, melodischen Gitarrenlinien und Bläserarrangements fokussiert ist. Im Laufe der Jahrzehnte veröffentlichte Tabou Combo Studioaufnahmen und Live‑Mitschnitte und bleibt sowohl im Inland als auch in den haitianischen Gemeinden im Ausland eng mit der Geschichte des Compas verbunden.

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