Sun Ra & His Arkestra
Mitte der 1950er Jahre in Chicago vom Pianisten und Komponisten Herman „Sun Ra“ Blount gegründet, entwickelte Sun Ra & His Arkestra ein großes Jazzensemble, das zwischen Bigband, Hardbop und avantgardistischen Experimenten oszillierte. Zunächst in einer von Swing geprägten orchestralen Schreibweise verankert, wandte sich die Gruppe nach und nach dem Free Jazz, kollektiven Texturen und einer afrofuturistischen Ästhetik zu, in der persönliche Mythologie, Science-Fiction und ägyptische Bezüge das Universum der Arkestra strukturierten. Später in New York und anschließend in Philadelphia ansässig, nahm das Ensemble eine umfangreiche Diskografie auf, mit Meilensteinen wie Jazz in Silhouette (1959), The Heliocentric Worlds of Sun Ra, Volume One (1965), The Magic City (1966), Atlantis (1969) und Space Is the Place (1973), die den Übergang vom Bigband-Format zu abstrakteren, offeneren Formen markieren. Auf der Bühne verband Sun Ra & His Arkestra geschriebene Arrangements, kollektive Improvisationen, Gesang, Perkussion und kostümierte Inszenierung zu einer Klang- und Bildwelt, die auf kosmische Reisen und schwarze kulturelle Emanzipation ausgerichtet war. Im Laufe der Jahre formierte sich eine feste Kernbesetzung treuer Musiker, darunter der Saxofonist John Gilmore und später Marshall Allen. Nach Sun Ras Tod im Jahr 1993 übernahm Marshall Allen die Leitung der Sun Ra Arkestra, bewahrte das Erbe des Repertoires und schuf zugleich neue Werke, wodurch das Ensemble auf den internationalen Bühnen des Jazz und der experimentellen Musik präsent blieb.
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