Talco
Talco hat seinen Sitz in Marghera, im Industrievorort von Venedig in Italien, und entwickelt seit Anfang der 2000er Jahre einen Ska‑Punk, der stark vom Punkrock, mediterranem Folk und sogenannten Patchanka‑Klängen geprägt ist. Die Band, die um eine sehr präsente Bläsersektion herum gegründet wurde, hat sich nach und nach auf den alternativen Bühnen Europas etabliert – in unabhängigen Clubs, selbstverwalteten Squats und engagierten Festivals – und unternimmt regelmäßige Tourneen in Italien, Deutschland, Spanien und darüber hinaus. Die frühen Alben von Talco, von 'Tutti Assolti' (2004) über 'Combat Circus' (2006) bis 'Mazel Tov' (2008), prägten eine direkte Schreibweise, getragen von italienischsprachigen Texten mit politischen, antifaschistischen und sozialen Themen. Mit 'La Cretina Commedia' (2010), 'Gran Galà' (2012) und 'Silent Town' (2015) verfeinerte Talco einen schnellen, melodischen Stil, in dem Punk‑Riffs, tanzbare Rhythmen und Bläserarrangements um kollektive Refrains gruppiert sind, die auf Konzerten oft im Chor mitgesungen werden. Das Album 'And The Winner Isn't' (2018) und 'Locktown' (2020), während des Lockdowns aufgenommen, führten diesen Ansatz fort und integrierten mehr melodische Nuancen, ohne die kämpferische Verankerung der Band zu verlieren. Mit 'Videogame' (2022) setzt die Band die Erforschung eines Sounds fort, den sie 'punkchanka' nennt, und verbindet scheinbar festliche Energie mit kritischen Aussagen zu Prekarität, populärem Fußball und Machtmissbrauch – wodurch Talco an der Schnittstelle von Ska‑Punk, engagiertem Rock und einer Tradition italienischer Gesellschaftslieder steht.
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