Speedy J

Der in Rotterdam lebende niederländische Produzent und DJ Speedy J — mit bürgerlichem Namen Jochem Paap — setzte sich Anfang der 1990er Jahre als bedeutende Figur in der Entwicklung der europäischen Techno-Szene durch. Aufmerksam geworden durch seine Maxis auf Plus 8, tauchte er bald im Umfeld der Artificial Intelligence-Reihe von Warp auf und veröffentlichte das Album Ginger (1993), in dem Techno, Ambient und IDM-nahe Strukturen aufeinandertreffen, gefolgt von G-Spot (1995). Ende des Jahrzehnts verschärfte und fragmentierte er seine Kompositionen mit Public Energy No.1 (1997) und A Shocking Hobby (2000), erschienen bei NovaMute, die eine eher industrielle und experimentelle Techno erkunden. 2002 wandte er sich mit Loudboxer einer stärker auf Loops und Club-Tools orientierten Herangehensweise zu. Parallel dazu baute Jochem Paap eine intensive Live-Tätigkeit in Clubs und auf internationalen Festivals auf und ging mehrere Kollaborationen ein, vor allem das Projekt Collabs mit Chris Liebing, das im Album Collabs 3000: Metalism (2005) fortgesetzt wurde. In den 2000er- und 2010er-Jahren gründete er das Label Electric Deluxe sowie das Studio- und Performance-Projekt STOOR in Rotterdam, wo er eine improvisierte, oft lang ausgelegte und sich entwickelnde Techno zwischen abstrakten Texturen, repetitiven Rhythmen und der Betonung der physischen Klangdimension vertiefte.

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