Rhiannon Giddens
Geboren 1977 in Greensboro, North Carolina, studierte Rhiannon Giddens zunächst Gesang am Oberlin Conservatory, bevor sie dieses Fundament auf amerikanische Traditionsmusik ausrichtete. Als Sängerin, Geigerin und Banjo-Spielerin bewegt sie sich an der Schnittstelle von Folk, Old‑Time, Bluegrass, Country, Blues, Gospel, Jazz und bestimmten keltischen Repertoires, stets mit Augenmerk auf die Geschichte populärer Formen und deren Verbreitung. Mitte der 2000er-Jahre trat sie mit Sankofa Strings hervor und als Mitbegründerin der Carolina Chocolate Drops, einer String‑Band‑Szene, die afroamerikanische Repertoires in den Vordergrund rückte, die in der dominanten Roots‑Erzählung oft marginalisiert wurden. Nach ihrer Beteiligung an The New Basement Tapes (2014) verfolgte sie eine Solokarriere mit Tomorrow Is My Turn (2015) und Freedom Highway (2017). Anschließend arbeitete sie transatlantisch mit Francesco Turrisi an There Is No Other (2019) und They’re Calling Me Home (2021), bevor sie mit You’re the One (2023) zu einer persönlicheren Schreibweise zurückkehrte. Parallel dazu komponiert Rhiannon Giddens für die Bühne und schrieb gemeinsam mit Michael Abels die Oper Omar, die 2023 mit dem Pulitzer‑Preis für Musik ausgezeichnet wurde.