Seun Kuti

Seun Kuti, geboren 1983 in Lagos, wuchs im musikalischen und politischen Umfeld der Familie Kuti auf und trat sehr früh Egypt 80 bei, dem von Fela Kuti gegründeten Afrobeat-Orchester. Nach dem Tod seines Vaters 1997 übernahm Seun Kuti die Leitung und setzte die Arbeit dieses großen Ensembles fort, wobei er dessen dichten rhythmischen Unterbau, die spannungsgeladenen Blechbläser und die Verbindung von Funk, Highlife, Jazz und westafrikanischen Traditionen bewahrte. Als Sänger, Saxophonist und Perkussionist verfeinerte er anschließend seine Ausbildung am Liverpool Institute for Performing Arts und entwickelte zugleich eine kompaktere Schreibweise als die langen historischen Afrobeat-Suiten, ohne deren politische Reichweite aufzugeben. Unter dem Namen Seun Kuti & Egypt 80 veröffentlichte er Many Things (2008), From Africa with Fury: Rise (2011, koproduziert von Brian Eno und John Reynolds), A Long Way to the Beginning (2014), Black Times (2018) und Heavier Yet (Lays the Crownless Head) (2024). Er brachte außerdem 2022 die EP African Dreams mit Black Thought heraus und ist auf diversen Projekten außerhalb seiner Band zu hören, bleibt jedoch vor allem mit einer kollektiven Bühnenpraxis verbunden, in der Afrobeat mit militantem Funk und Trancemusik in Dialog tritt.

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