Robert Charlebois

Robert Charlebois, 1944 in Montreal geboren, machte sich bereits Mitte der 1960er Jahre in der Québecer Chansonszene einen Namen durch eine sehr freie vokale Ausdrucksweise und eine ausgeprägte Neigung zum Genrevermischen von Chanson, Rock, Pop und Psychedelia. Ebenfalls am Theater ausgebildet an der National Theatre School of Canada, begann er auf der Bühne als Chansonnier/Singer-Songwriter, veröffentlichte Vol. 1 (1965) und Vol. 2 (1966), bevor 1968 mit dem Album Robert Charlebois avec Louise Forestier ein entscheidender Wendepunkt folgte – das Stück «Lindberg» basiert auf Texten von Claude Péloquin und steht in engem Dialog mit der Québecer Gegenkultur. Im Gefolge von L’Osstidcho und seinen Kollaborationen mit Louise Forestier, Mouffe oder dem Quatuor de jazz libre du Québec entwickelte Charlebois einen Stil, in dem Joual, Tonbrüche und Bühnenenergie eine zentrale Rolle spielen. Die 1970er bestätigten diese Ausrichtung mit Québec Love (1969), Un gars ben ordinaire (1971), Charlebois (1972, auch unter dem Titel Fu Man Chu erschienen) und Solidaritude (1973). Sowohl in Québec als auch in Frankreich präsent – er trat unter anderem im Olympia auf und tourte mit Léo Ferré – setzte Charlebois seine weitgefächerte Laufbahn zwischen Platten, Konzerten und Film fort. Zu seiner jüngeren Diskographie zählen Tout est bien (2010), Et voilà (2019) und Charlebois à Ducharme (2021), gewidmet den Texten von Réjean Ducharme.

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