Pole
Geboren in Düsseldorf entwickelt Stefan Betke unter dem Namen Pole ein elektronisches Werk, das in den späten 1990er Jahren entstanden ist und sich im Grenzgebiet zwischen Glitch, Dub Techno, Ambient und minimaler Experimentierfreude bewegt. Sein Ansatz baute sich zunächst auf einer sehr speziellen Nutzung klanglicher Zwischenfälle und degradierter Texturen auf, die in langsamen Rhythmen, Dub-Basslinien und schlichten Strukturen eingebettet waren. Diese Ästhetik zieht sich durch die Alben 1 (1998), 2 (1999) und 3 (2000) sowie R (2001), die diese Erforschung des Klangmaterials und des Raums fortführen. Mit Pole (2003) verlegt Stefan Betke seine Schreibweise in Richtung etwas direkterer Formen, behält aber seine Vorliebe für Details, Stille und diskrete Variationen bei. Der weitere Verlauf seiner Laufbahn umfasst u. a. Steingarten (2007), Wald (2015), Fading (2020) und Tempus (2022), die eine Kontinuität in der Erforschung einer nüchternen, tiefen und greifbaren Elektronik zeigen. Parallel zu seinen Produktionen gründete Pole 1999 das Label ~scape zusammen mit Barbara Preisinger, eine Struktur, die eng mit der deutschen elektronischen Szene verbunden ist und dem Überschreiten von Minimalismus, Abstraktion und Dub-Kultur Aufmerksamkeit schenkt. Auch als Mastering-Ingenieur tätig, verankert Stefan Betke Pole in einer nachhaltigen Entwicklung der europäischen elektronischen Musik.
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