Nils Wülker

An der Trompete entwickelt Nils Wülker seit Anfang der 2000er Jahre einen zeitgenössischen Jazz, der in Deutschland verwurzelt ist und sich stark an der europäischen Szene orientiert. Geboren 1977 in Bonn und später in Hamburg ansässig, hat Wülker einen Weg eingeschlagen, bei dem melodisches Schreiben eine zentrale Rolle einnimmt, häufig getragen von Grooves, die an Soul, Funk und Pop erinnern. Sein erstes Album als Bandleader, High Spirits (2002), markiert das Auftreten eines Musikers, der einen klaren Ton und strukturierte Stückformen schätzt; diese entwickelt er über die Alben hinweg weiter, etwa mit Safely Falling (2007) und Up (2015), hin zu elektrischen Texturen und Nu-Jazz-Atmosphären. Mit variierenden Besetzungen – vom Quartett bis zum großen Studioensemble – verbindet Wülker Clubarbeit, Festivalauftritte und Kooperationen mit Instrumentalisten und Sängerinnen und Sängern aus Jazz, Soul und Pop, wobei die Trompete im Zentrum seines kompositorischen Schaffens bleibt. Die Alben On (2017), GO (2020) und Continuum (2022) setzen diese Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Improvisation, repetitiven Motiven und eingängigen Refrains fort und platzieren Wülker in einem Kontext, in dem der deutsche Jazz sich mit gegenwärtigen Ästhetiken verbindet, ohne die akustische Tradition zu verleugnen.

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Mai 1