Mutter
Gegründet 1986 in Berlin im Gefolge von Campingsex, entwickelte Mutter von Anfang an einen langsamen, schweren und direkten deutschen Rock, durchzogen von Noise Rock, Punk und teils einer doom-nahen Spannung, mit deutschen Texten, vorgetragen von Max Müller. Die Band gehörte zunächst zur Berliner Undergroundszene, wurde Anfang der 1990er Jahre aber mit einigen unabhängigen deutschen Szenen, darunter der Hamburger Schule, in Verbindung gebracht, ohne ihre eigenständige Richtung zu verlieren. Die erste Phase von Mutter ist geprägt durch Ich schäme mich Gedanken zu haben die andere Menschen in ihrer Würde verletzen (1989), Komm! (1991), Du bist nicht mein Bruder (1993), Hauptsache Musik (1994) und Nazionali (1996) — Alben, die ihr Songwriting zwischen rockiger Knappheit, angespannten Balladen und formalen Experimenten verschoben. Nach Europa gegen Amerika (2001) setzte Mutter mit CD des Monats (2004), Trinken Singen Schießen (2010), Mein kleiner Krieg (2011), Text und Musik (2014), Der Traum vom Anderssein (2017) und Ich könnte Du sein, aber Du niemals ich (2022) fort. Um Max Müller und den Schlagzeuger Florian Koerner von Gustorf herum erlebte Mutter mehrere Besetzungswechsel, behielt aber stets einen abrasiven, reduzierten und sehr physischen Sound auf der Bühne bei.