Mortiis
Aus der norwegischen Black-Metal-Szene der frühen 1990er hervorgegangen, widmete sich Håvard Ellefsen nach seinem Ausstieg bei Emperor dem Projekt Mortiis und entwickelte ein Soloprojekt mit ausgeprägt visueller und konzeptueller Ausrichtung. Von Norwegen aus erkundete Mortiis zunächst keyboardgetriebenen dark ambient, oft als Dungeon Synth bezeichnet, aufgebaut aus langen Instrumentalstücken mit mittelalterlichen, geisterhaften Atmosphären, belegt durch die Alben Født til å herske (1993), Ånden som gjorde opprør (1994) und Keiser av en dimensjon ukjent (1995). Gegen Ende des Jahrzehnts leitete The Stargate (1999) eine stärker orchestrale und filmische Phase ein, bevor mit The Smell of Rain (2001) und anschließend The Grudge (2004) eine Wende hin zu einer Mischung aus Industrial Rock, Darkwave und Elektronik erfolgte, in der Mortiis Strophe-Refrain-Strukturen und präsentere Vocals stärker in den Vordergrund rückte. Die 2010er-Jahre waren geprägt von wechselnden Download-only-Veröffentlichungen wie Perfectly Defect (2010), einer entschiedenen Rückkehr zu einer industriellen Ästhetik mit The Great Deceiver (2016) sowie einer Neuinterpretation seiner Ambient-Phase auf Spirit of Rebellion (2020). Live überträgt Mortiis diese unterschiedlichen Epochen mit dunkler Szenografie, Masken und Projektionen und bewegt sich zwischen Metal-Festivals, Gothic-Events und Programmen mit Fokus auf industrielle und experimentelle Musik.
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