Molly Johnson

Aufgewachsen in der sich wandelnden Musikszene Torontos der 1960er und 1970er Jahre, lässt sich die kanadische Sängerin und Songwriterin Molly Johnson in die Tradition des Vokaljazz einordnen, wobei sie Verbindungen zu Rock, Soul und Pop bewahrt. 1959 in Toronto geboren, begann Johnson als Kind in Musicals und im Fernsehen, was ihr früh praktische Erfahrung auf der Bühne und im Studio verschaffte. Mitte der 1980er Jahre entfernte sie sich vom reinen Jazz, sang in der Rock-Funk-Band Alta Moda und Anfang der 1990er Jahre bei Infidels, wobei sie einen elektrischen und hybriden Sound erforschte, der ihre Kompositionen nachhaltig prägte. Ende der 1990er Jahre kehrte Molly Johnson zum Jazz zurück und startete eine Solokarriere mit dem Album “Molly Johnson” (2000), in dem Standards und eigene Stücke aufeinandertreffen, gefolgt von “Another Day” (2003), “Messin’ Around” (2006) und “Lucky” (2008). 2014 widmete sie “Because of Billie” dem Repertoire um Billie Holiday, bevor sie 2018 mit “Meaning to Tell Ya” eine deutlich zeitgenössischere Ausrichtung präsentierte. Johnsons Stil beruht auf einem warmen, tiefen Timbre und geschmeidiger Phrasierung; sie favorisiert reduzierte Arrangements, in denen Jazz mit Blues, Soul und Popularsong in Dialog tritt. Sowohl auf Albumaufnahmen als auch live umgibt sie sich mit Musikern aus der kanadischen Jazz- und Popszene und arbeitet unter anderem mit dem Produzenten Larry Klein zusammen. Ihre Club- und Festivalauftritte, in Kanada wie international, wechseln zwischen Interpretationen des großen Jazz-Songbooks und eigenen Titeln aus ihrer Diskografie, während ihr karitatives Engagement sowie Radio- und TV-Auftritte Molly Johnsons Stellung in der kanadischen Kulturlandschaft festigen.

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