Oum
Geboren in Casablanca und aufgewachsen zwischen der Stadt und dem Süden Marokkos, entwickelt Oum El Ghaït Benessahraoui früh ein Repertoire, in dem sich Soul, Jazz, Gnawa-Einflüsse und das Hassani-Erbe kreuzen. Zunächst in der marokkanischen Urban-Szene der frühen 2000er Jahre aktiv, wendet sich Oum nach und nach einer akustischeren Ausrichtung zu, die Stimme und Perkussion in den Mittelpunkt stellt und Elemente aus saharischer Musik sowie nordafrikanischen Rhythmen integriert. Ihre Texte – auf marokkanischem Arabisch (Darija), in Hassaniya und bisweilen auf Englisch – verhandeln ebenso das Intime wie soziale oder spirituelle Themen in einem direkten Erzählstil. Das Album “Lik’Oum” (2009) markiert einen ersten Meilenstein, gefolgt von “Soul of Morocco” (2013), in dem sich ein Klangbild herausbildet, das Jazz-Arrangements, Chöre und traditionelle Motive verbindet, und anschließend “Zarabi” (2015), aufgebaut um schlichtere, von der Wüste inspirierte Texturen. Mit “Daba” (2019) setzt Oum diese Verknüpfung von marokkanischer Popularmusik, Jazzimprovisation und zeitgenössischen Klängen fort, umgeben von Musikern aus europäischen und maghrebinischen Szenen, und entwickelt auf der Bühne eine Besetzung mit variabler Größe, von intimen Setups bis hin zu stärker orchestrierten Formationen.
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