Michel Rivard
Geboren 1951 in Montréal machte sich Michel Rivard zunächst Anfang der 1970er Jahre in der Theaterszene der UQAM einen Namen, bevor er zusammen mit Pierre Huet und Robert Léger Beau Dommage mitbegründete – eine zentrale Formation der québecer Chansonszene, für die er 1974 unter anderem «La Complainte du phoque en Alaska» schrieb. Parallel dazu und ab 1977 als Solokünstler entwickelte Rivard ein Songwriting, das in der frankophonen Chansontradition verwurzelt ist, mit Folk‑ und Popakzenten, einem ausgeprägten Sinn für Erzählung, urbanen Bildwelten und einer beständigen Aufmerksamkeit für die gesprochene Sprache wie das Intime. Zu seiner Solodiskografie zählen unter anderem Méfiez-vous du grand amour (1977), De Longueuil à Berlin (1979), Un trou dans les nuages (1987), Le Goût de l’eau… et autres chansons naïves (1992), Maudit bonheur (1998), Confiance (2006), Roi de rien (2013) und L’Origine de mes espèces (2019), ein Projekt an der Schnittstelle von Lied, autobiografischer Erzählung und Theater. Rivard schrieb auch für andere Interpreten, komponierte für das québecer Kino und verfolgte eine Schauspielkarriere auf der Bühne, im Fernsehen und im Film. Seit mehr als fünf Jahrzehnten auf den Bühnen Québecs präsent, bewegt sich Michel Rivard in einem Register, in dem Alltagschronik, dezenter Humor und persönliche Reflexion zusammenfließen.