Marcos Valle

Marcos Valle wurde 1943 in Rio de Janeiro geboren. Er ist Pianist, Sänger und Komponist, dessen Werdegang eng mit der Geschichte der Bossa Nova und der brasilianischen Popularmusik verbunden ist. Klassisch am Klavier ausgebildet, machte sich Marcos Valle Anfang der 1960er-Jahre mit dem Lied „Samba de Verão“ (1964), das er gemeinsam mit seinem Bruder Paulo Sérgio Valle schrieb, einen Namen; der Titel wurde international vielfach gecovert. Seine frühen Alben, darunter „Samba Demais“ (1963) und „O Compositor e o Cantor“ (1965), etablierten einen Stil, der Bossa, Samba und jazznahe Harmonien vereint. Ende der 1960er- und in den 1970er-Jahren weitet Valle seine Kompositionsweise zu einer elektrifizierteren MPB aus, in der Rock, Soul und Funk Einzug hielten — etwa auf Platten wie „Viola Enluarada“ (1968) und „Previsão do Tempo“ (1973) —, zudem arbeitete er als Komponist für Fernseh‑ und Filmproduktionen in Brasilien. Nach Auslandsaufenthalten und einer in den 1980er-Jahren zurückhaltenderen Schaffensphase kehrte Marcos Valle Ende der 1990er-Jahre wieder stärker in den Vordergrund zurück, unter anderem mit „Nova Bossa Nova“ (1998), das ihn näher an Acid‑Jazz‑, Nu‑Bossa‑Szenerien und europäische Clubs brachte. Es folgten mehrere Alben, in denen Samba, Soul, Jazz‑Fusion und Pop aufeinandertreffen, darunter „Sempre“ (2019). Sein Werk wird regelmäßig wiederveröffentlicht, von DJs gespielt und von jüngeren Musiker‑Generationen neu interpretiert, die an den Verbindungen zwischen brasilianischer Tradition und zeitgenössischer Kultur interessiert sind.

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