Melody Gardot
Zwischen vokalem Jazz, Blues und brasilianischen Einflüssen formt Melody Gardot seit Mitte der 2000er Jahre ein Werk, das die Stimme, langsame Balladen und ein ausgeprägtes Gespür für intime Erzählungen in den Mittelpunkt stellt. 1985 im New Jersey geboren und der Szene von Philadelphia zugeordnet, wandte sich Gardot nach einem schweren Unfall 2003 der Komposition zu und begann, in kleinen Clubs aufzutreten, wo sich ein Repertoire aus neu interpretierten Standards und eigenen Stücken herausbildete. Ein zunächst unabhängig verbreitetes EP ging dem 2006 erschienenen Album Worrisome Heart voraus, das 2008 neu aufgelegt wurde und Gardot in einem Bereich zeitgenössischen Jazz mit Folk-Noten etablierte. Mit My One and Only Thrill (2009) und The Absence (2012) vertiefte sie die orchestralen Arrangements und öffnete ihre Musik stärker für lateinamerikanische Rhythmen, Bossa Nova und mediterrane Klangfarben. Currency of Man (2015) brachte eine ausgeprägtere Soul‑ und urbanere Seite hervor, während das Livealbum Live in Europe (2018) ihr Bühnenschaffen dokumentiert, das zunehmend auf große Säle und internationale Festivals ausgerichtet ist. Sunset in the Blue (2020) kehrt zu einer croonerhaften Jazzästhetik mit üppiger Orchestrierung zurück, und das Duoalbum Entre eux deux mit dem Pianisten Philippe Powell (2022) erkundet eine reduzierte Formel, fokussiert auf das Zusammenspiel von Stimme und Klavier sowie eine intimere Schreibweise.
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