Matias Aguayo
Zwischen Santiago de Chile und Köln entwickelt Matias Aguayo einen Werdegang an der Schnittstelle von House, minimalistischer Techno und lateinamerikanischen Popularmusiktraditionen. Als Kind in Deutschland angekommen, engagierte er sich bereits in den 1990er Jahren in der Kölner Szene und machte Anfang der 2000er Jahre als Mitglied des Duos Closer Musik auf sich aufmerksam; das Album “After Love” erschien 2002 auf Kompakt. Als Solokünstler setzte Aguayo die Zusammenarbeit mit diesem Label fort, unter anderem mit “Are You Really Lost” (2005) und “Ay Ay Ay” (2009), in denen Stimmen, repetitiven Rhythmen und Clubstrukturen in einer zugleich minimalistischen und sehr körperlichen Ästhetik verwoben sind. Später zwischen Berlin und anderen europäischen Städten ansässig, intensivierte er seine DJ- und Live-Touren, arbeitete mit Produzenten aus der elektronischen Szene Lateinamerikas zusammen und gründete das Label Cómeme, konzipiert als transnationales Netzwerk zur Verbindung von Clubs, Kollektiven und Produzenten. Die Alben “The Visitor” (2013) und “Support Alien Invasion” (2019) führen diese Praxis fort, indem sie Dancefloor-Puls, Straßmusik-Einflüsse, skandierten Gesang und fragmentierte rhythmische Konstruktionen mischen und Aguayo in eine elektronische Landschaft einordnen, in der die performative Dimension und die Arbeit an der Stimme zentral sind.
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