Louis Sclavis
Geboren 1953 in Lyon hat Louis Sclavis seit den 1970er-Jahren einen zentralen Platz im europäischen Jazz entwickelt, an der Schnittstelle von freier Improvisation, zeitgenössischer Komposition und erzählerischeren Musikformen. Als Klarinettist, Bassklarinettist, Sopransaxophonist und Komponist begann er in der von ARFI geprägten Szene Lyons, bevor er seine Arbeit auf verschiedene Besetzungen ausweitete – vom Duo über Quintette bis hin zu Orchesterprojekten und Musik für Stummfilme. Sein musikalisches Vokabular verbindet Free Jazz, Kammermusik, populäre Traditionen und offene Komposition und legt dabei besonderes Gewicht auf Klangfarben, Kontrapunktik und kollektive Dynamiken. Im Laufe seiner Karriere spielte und nahm er mit Musikern wie Michel Portal, Henri Texier, Enrico Rava, Dominique Pifarély oder Vincent Courtois auf, während er gleichzeitig seine eigenen Ensembles leitete. Unter seinem Namen sind Platten wie Rouge (1991), Les Violences de Rameau (1996), Napoli’s Walls (2002), Silk and Salt Melodies (2014) und Characters on a Wall (2019) erschienen. Louis Sclavis nimmt damit eine besondere Stellung ein, in der Jazz mit zeitgenössischer Komposition und kollektiver Improvisation in Dialog tritt.
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