Karat
Gegründet 1975 in Ost-Berlin, gehört Karat zur Strömung des ostdeutschen Rocks und entwickelte einen Stil zwischen melodischem Rock, Progressive Rock und deutschsprachigem Pop-Rock. Die Band formierte sich um den Sänger Herbert Dreilich und den Komponisten und Keyboarder Ulrich "Ed" Swillms; ihr Songwriting zeichnet sich durch metaphorische Texte und eine starke poetische Dimension aus. Karat fiel Ende der 1970er Jahre auf den Bühnen der DDR auf und begann bald darauf auch in Westdeutschland zu spielen, wodurch die Gruppe vor der Wiedervereinigung in beiden deutschen Musikkontexten präsent war. Zu den wichtigen Tonträgern zählen unter anderem Albatros (1979), auf dem der Titel "Über sieben Brücken musst du geh’n" zu finden ist, sowie Der blaue Planet (1982), ein Album, das die Ausrichtung auf zugänglichen Rock mit sozialen und ökologischen Themen verstärkte. Nach 1990 setzte Karat seine Arbeit mit wechselnder Besetzung fort und passte sein Repertoire an die neuen deutschen Bühnen an, mit zahlreichen Konzerten und Neuaufnahmen. Seit 2005 singt Claudius Dreilich, der Sohn des ursprünglichen Sängers, wodurch Karat eine generationelle Kontinuität erhält und zugleich die klangliche Identität der Gruppe zwischen Rockballaden, progressiven Arrangements und poppigeren Formaten bewahrt.