Laibach
Gegründet 1980 in Trbovlje im heutigen Slowenien, das damals zur Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien gehörte, entwickelte sich Laibach an der Schnittstelle von Industrial, Avantgarde, Elektronik, neoklassischer Dark Wave und einer sofort erkennbaren martialischen Ästhetik. Seit 1984 dem Kollektiv Neue Slowenische Kunst zugeordnet, entwickelte Laibach früh eine visuelle und klangliche Sprache, die auf Subversion und Umdeutung der Codes von Macht, Nationalismus und Propaganda beruhte, was in den 1980er-Jahren zu Zensur und dem Verbot führte, den Namen in Jugoslawien zu verwenden. Um Persönlichkeiten wie Milan Fras, Ivan Novak und ursprünglich Dejan Knez wandelte sich Laibach von einem rohen, schweren und repetitiven Sound zu orchestraleren Formen, in denen mechanische Percussions, tiefe Stimmen, klassische Zitate und in mehrdeutige Hymnen verwandelte Cover zusammenkommen. Die Alben Laibach (1985), Nova Akropola (1986) und besonders Opus Dei (1987) etablierten diesen Ansatz, der mit Let It Be (1988), Kapital (1992), NATO (1994), Spectre (2014), Also Sprach Zarathustra (2017), The Sound of Music (2018) und Wir sind das Volk (2022) fortgeführt wurde. Laibach schrieb zudem Musik für Theater und Film, absolvierte zahlreiche internationale Tourneen und machte mit Konzerten in Pjöngjang 2015 sowie in Südkorea 2017 nachhaltig von sich reden, was eine Laufbahn bestätigt, in der Musik, Performance und politischer Kommentar verschmelzen.
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