Kenny Barron

Geboren 1943 in Philadelphia, zählt Kenny Barron zur Geschichte des amerikanischen Jazzpianos zwischen Hardbop, Postbop und Mainstream-Jazz; sein Spiel zeichnet sich durch Klarheit des Anschlags, Flexibilität der Phrasierung und ein ausgeprägtes Begleitgefühl aus. Nach frühen Anfängen in seiner Heimatstadt zog er 1961 nach New York und spielte bald mit James Moody, Lou Donaldson, Roy Haynes und Lee Morgan, bevor er von 1962 bis 1966 im Orchester von Dizzy Gillespie war. Anschließend arbeitete er u. a. mit Freddie Hubbard, Yusef Lateef und Stan Getz und baute parallel eine umfangreiche Diskografie als Bandleader auf, begonnen mit You Had Better Listen (1967). Sein Werdegang wechselt zwischen Trio, Solo, Duo und größeren Ensembles, mit starkem Fokus auf Standards, eigenen Kompositionen und einigen afro-lateinischen bzw. brasilianischen Einflüssen, etwa auf Sambao (1992), Canta Brasil (2002) oder Kenny Barron & the Brazilian Knights (2012). Kenny Barron gründete außerdem mit anderen die Band Sphere, die sich dem Repertoire von Thelonious Monk widmete, und nahm prägnante Alben wie Wanton Spirit (1994), The Art of Conversation mit Dave Holland (2014), Concentric Circles (2018), The Source (2023) und Beyond This Place (2024) auf. Neben seiner Bühnentätigkeit lehrte er lange an der Rutgers University und später an der Juilliard School.

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