Julien Lourau

Der 1970 in Paris geborene Saxophonist Julien Lourau gehört zur Generation von Musikern, die den französischen Jazz ab den 1990er-Jahren erneuert haben. Ausgebildet auf der Pariser Szene fiel er in Formationen wie Laurent Cugnys Bigband Lumière und dem Orchestre National de Jazz auf, bevor er eigene Projekte startete. Mit Groove Gang entwickelt Julien Lourau ein Repertoire, in dem sich Jazz dem Funk, afro-karibischen Musiken und Club‑Einflüssen öffnet—eine Entwicklung, die auf den Alben City Boom Boom (1999) und Gambit (2000) fortgeführt wird und einen Klang mit repetitiven Grooves und offenen Strukturen etabliert. Parallel dazu intensiviert Lourau seine Kollaborationen, etwa mit dem Pianisten Bojan Z in einem kammermusikalischeren Duo- und Quartettkontext, und erkundet später afro‑latine Richtungen mit Rumbabierta. Sein Saxophonspiel, oft im Hard‑Bop und im modalen Jazz verwurzelt, integriert Wechselspiele zwischen akustischen, elektronischen Elementen und freier Improvisation, was Julien Lourau an die Schnittstelle von zeitgenössischem Jazz, urbaner Musik und experimentellen europäischen Szenen stellt.

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