György Ligeti

György Ligeti wurde 1923 in Diciosânmartin in Siebenbürgen geboren, das damals zu Rumänien gehörte. Er wuchs in einer ungarischen Umgebung auf und setzte seine Ausbildung in Klausenburg (Cluj) sowie an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest fort, wo er unter anderem bei Zoltán Kodály studierte. Stark geprägt von Krieg, Shoah und den kulturellen Zwängen des kommunistischen Ungarn, verließ Ligeti 1956 das Land und ging nach Wien; später arbeitete er in Köln, wo er in Kontakt mit der Avantgarde und der elektronischen Musik kam. Sein kompositorischer Durchbruch gelang ihm um 1960 mit Werken wie Apparitions (1958–1959), Atmosphères (1961), Requiem (1963–1965) und Lux Aeterna (1966), in denen er dichte Texturen, sich langsam wandelnde Klangmassen und eine enge Polyphonie entwickelte, die er selbst als Mikropolyphonie bezeichnete. In der Folge weitete Ligeti seine Sprache zu kontrastreicheren Formen aus, die stärker auf Rhythmus, metrische Verschiebungen und Überlagerungen von Pulsationen reagieren, etwa in Le Grand Macabre (1977), dem Trio für Violine, Horn und Klavier (1982), dem Klavierkonzert (1985–1988) und den Klavierstudien, die er zwischen 1985 und 2001 komponierte. Von 1973 bis 1989 war er Professor für Komposition in Hamburg und prägte mehrere Komponistengenerationen; seine Musik gelangte zudem weit über das Konzert hinaus, unter anderem in den Film.

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