György Kurtág
Geboren 1926 in Lugoj, Rumänien, gehört György Kurtág als ungarischer Komponist und Pianist zu den prägenden Gestalten der europäischen zeitgenössischen Musik. Er erhielt seine erste Ausbildung in Timișoara und studierte dann in Budapest an der Franz-Liszt-Akademie bei Lehrern wie Pál Kadosa, Sándor Veress, Ferenc Farkas und Leó Weiner. Nach dem Krieg ließ er sich in Ungarn nieder, erlebte jedoch 1957–1958 in Paris eine entscheidende Phase im Kontakt mit Max Deutsch, Olivier Messiaen und Darius Milhaud; diese Erfahrung verdichtete seine Sprache und lenkte sein Schaffen auf kurze, gestraffte und höchst konzentrierte Formen. Sein Œuvre bevorzugt Kammermusik, vokale Zyklen und Klavierstücke, häufig aus Fragmenten, Miniaturen oder kurzen Gestenfolgen aufgebaut, in einer Ästhetik, die von Bartók und Webern geprägt ist. Zu seinen meistgespielten Partituren zählen The Sayings of Peter Bornemisza, op. 7, Kafka-Fragmente, op. 24, Játékok, eine umfangreiche Klaviersammlung, begonnen 1973, sowie Stele, op. 33. Von 1967 bis 1993 war Kurtág Professor für Klavier und später für Kammermusik an der Franz-Liszt-Akademie; jahrzehntelang gab er zusammen mit seiner Frau Márta Kurtág Recitals, die sich um Játékok und Bach-Transkriptionen drehten. Seine erste Oper, Fin de partie nach Samuel Beckett, wurde 2018 an der Mailänder Scala uraufgeführt.
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