John Coltrane
Geboren in Hamlet, North Carolina, 1926, und später in Philadelphia ausgebildet, setzte sich John Coltrane bereits in den 1950er Jahren als einer der zentralen Saxophonisten des modernen Jazz durch, zunächst im Bebop und Hard Bop, bevor er seinen Sprachbereich auf Modal-, Post-Bop-, Free-Jazz und eine sehr persönliche Form des Spiritual Jazz ausdehnte. Durch Stationen in Dizzy Gillespies, Johnny Hodges’ und dann Miles Davises Gruppen, wobei er unter anderem zum Aufschwung des Modal Jazz beitrug, prägte Coltranes Werdegang auch durch die Zusammenarbeit mit Thelonious Monk im Jahr 1957, ein Schlüsselmoment in der Entwicklung seiner Phrasierung und seines Improvisationsverständnisses. Als Leader nahm er Blue Train 1958, Giant Steps 1960, My Favorite Things 1961 und A Love Supreme 1965 auf, Alben, die eine Trajektorie von dichter harmonischer Schreibweise zu offeneren, repetitiveren und meditativere Formen markieren. Sein Quartett mit McCoy Tyner, Jimmy Garrison und Elvin Jones bleibt der Kern dieser Periode, bevor Musiker wie Eric Dolphy, Pharoah Sanders oder Rashied Ali in einer freieren und intensiveren Ästhetik hinzukamen. Im Tenor- wie im Sopransaxofon entwickelt John Coltrane einen straffen, mobilen Klang, oft durchzogen von langen Phrasen und einer expliziten spirituellen Suche, auch genährt von indischer und afrikanischer Musik. Er starb 1967 in Huntington, New York, und John Coltrane behält einen einzigartigen Platz in der Geschichte des Jazz des 20. Jahrhunderts.