Focus
Gegründet 1969 in Amsterdam um den Keyboarder und Flötisten Thijs van Leer, zählt Focus zur niederländischen Progressive‑Rock‑Szene mit einer überwiegend instrumentalen Herangehensweise, in der symphonischer Rock, Jazz‑Anklänge und klassische Bezüge aufeinandertreffen. Die Anfangszeit der Band gestaltete sich in Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Jan Akkerman, zunächst auf In and Out of Focus (1970), dann auf Moving Waves (1971) und Focus 3 (1972) — Alben, die einen Sound etablierten, der auf langen Kompositionen, Tempokontrasten, virtuoser Gitarre, Orgel und Flöte basiert und durch untypische Gesangsbeiträge wie bei 'Hocus Pocus' ergänzt wird. Schlagzeuger Pierre van der Linden spielte eine zentrale Rolle in dieser Entwicklung, bevor sich die Besetzung Mitte der 1970er Jahre mehrfach änderte, etwa auf Hamburger Concerto (1974) und Mother Focus (1975). Nach Akkermans Weggang 1976 und einer stärker fragmentierten Phase trat Focus vereinzelt in den 1980ern wieder in Erscheinung und wurde Anfang der 2000er Jahre von Thijs van Leer neu belebt. Seither setzt Focus seinen Weg in wechselnden Besetzungen fort, dokumentiert auf Alben wie Focus 8 (2002), Focus X (2012), Focus 11 (2018) und Focus 12 (2024), wobei die Verbindung aus melodischer Strenge, progressiven Entwicklungen und instrumentaler Schreibweise erhalten bleibt.