Gilberto Gil
Geboren 1942 in Salvador de Bahia und teilweise in Ituaçu aufgewachsen, durchläuft Gilberto Gil seit den 1960er-Jahren verschiedene Strömungen der brasilianischen Musik — von Bossa Nova und Samba über Baião, Forró, Reggae, Rock bis hin zu MPB. Zunächst auf der Szene in Salvador aktiv, ließ er sich später zwischen São Paulo und Rio nieder und trug zusammen mit Caetano Veloso, Gal Costa, Tom Zé und Os Mutantes zur Entstehung des Tropicalismo bei, in dessen Ende des Jahrzehnts er zu einer zentralen Stimme wurde. Sein Songwriting verbindet populäre Bezüge des Nordostens, afro-brasilianische Kultur, akustische Chansontraditionen und elektrischer oder synkopierter Klangformen. Diese Entwicklung ist bereits auf Louvação (1967) hörbar, ebenso auf Gilberto Gil (1968), Expresso 2222 (1972), Refazenda (1975), Refavela (1977), Realce (1979) und Quanta (1997). 1968 vom Militärregime verhaftet, musste Gilberto Gil nach London ins Exil gehen — eine Phase, die seine musikalische Perspektive erweiterte, insbesondere in Richtung Reggae und die Verbindungen zwischen brasilianischen, afrikanischen und karibischen Musiken. Im Lauf der Jahrzehnte wechselte er zwischen Solo-Projekten, Kooperationen mit Jorge Ben, Milton Nascimento oder Caetano Veloso, internationalen Tourneen und sparsameren Formaten, zuletzt OK OK OK aus dem Jahr 2018. Seine Laufbahn umfasst zudem politisches Engagement: Von 2003 bis 2008 war er Kulturminister Brasiliens.
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