Dopplereffekt
Gegründet in Detroit 1995, steht Dopplereffekt in der Tradition der dortigen Electro- und Techno-Szene; zentrales Mitglied ist Gerald Donald, der auch bei Drexciya zusammen mit James Stinson aktiv war. Die frühen Veröffentlichungen von Dopplereffekt, darunter Fascist State (1995) und Infophysix (1996), entwickelten eine kalte, mechanische und minimalistische Ästhetik, in der Electro-Rhythmen, trockene Synth-Linien und distanzierte Stimmen auf politische, wissenschaftliche und technologische Themen treffen. Diese frühe Phase wurde 1999 auf der Compilation Gesamtkunstwerk zusammengefasst. Nach einer Entwicklungsphase Anfang der 2000er Jahre kehrte Dopplereffekt mit einer abstrakteren und konzeptuelleren Herangehensweise auf Linear Accelerator (2003) und Calabi-Yau Space (2007) zurück und betonte verstärkt Bezüge zur Physik, Biologie und Informationssystemen. Die weitere Diskographie, etwa mit Cellular Automata (2017) und Neurotelepathy (2022), setzt diese Linie zwischen Detroit-Electro, wissenschaftlichem Ambient und rhythmischer Experimentierfreude fort. Auf Labels wie Dataphysix, International Deejay Gigolo, Rephlex, Leisure System und Tresor ist Dopplereffekt seit den 1990ern in den Bereichen Electro, Techno und experimentelle elektronische Musik präsent.
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