Serge Teyssot-Gay

Geboren 1963 in Saint-Étienne und früh nach Bordeaux gezogen, entwickelte Serge Teyssot-Gay ein Gitarrenspiel, das von angespannter Rockmusik, geräuschhaften Texturen und Improvisation geprägt ist, mit einem beständigen Interesse an Schnittstellen von Musik, Poesie und Bühne. Als Mitbegründer von Noir Désir war er von 1980 bis 2010 im Bandgeschehen aktiv und nahm eine zentrale Rolle beim musikalischen Schreiben ein, zugleich schlug er bereits in den 1990er-Jahren einen parallelen Weg ein mit dem Solo Silence radio (1996) und On croit qu’on en est sorti (2000). Seine Arbeit weitete sich später auf experimentellere Formen aus: Das Duo Interzone mit dem syrischen Oud-Spieler Khaled Aljaramani — dokumentiert u. a. durch Interzone (2005), Deuxième Jour (2006), Waiting for Spring (2013), Kan Ya Ma Kan (2019) und Waslat (2024) — bringt E-Gitarre, modale Musik und Improvisation miteinander in Dialog. Mit Zone Libre, gegründet zusammen mit Marc Sens und Cyril Bilbeaud, erkundet Serge Teyssot-Gay einen trockenen, rhythmischen Free-Rock, oft in Kontakt mit Rap und gesprochenem Wort, etwa auf L’Angle mort (2009), Les Contes du chaos (2011) oder Zone libre polyurbaine (2015). Er leitete außerdem Projekte mit Lydie Salvayre, Joëlle Léandre, Carol Robinson, Mike Ladd, Marc Nammour, Paul Bloas und Gaspar Claus in Formaten von instrumentalen Duos bis hin zu Ciné-Concerts und Text-Musik-Performances.

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Apr. 25