Anne Linnet
Geboren 1953 in Aarhus setzte sich Anne Linnet bereits in den 1970er Jahren auf der dänischen Szene mit der Frauenband Shit & Chanel durch, wo sie eine dänischsprachige Pop‑Rock-Schreibweise entwickelte, die von Folk und Chanson gespeist wird. Parallel veröffentlichte sie 1978 das Soloalbum 'Kvindesind', einen Liederzyklus nach Gedichten von Tove Ditlevsen, der ihr Interesse an der Vertonung von Literatur belegt. Anfang der 1980er Jahre setzte sie diesen Weg mit der Anne Linnet Band fort — unter anderem mit Sanne Salomonsen und Lis Sørensen — und gründete das stärker New‑Wave orientierte Projekt Marquis de Sade, in dem sie Synthpop‑Klangfarben und einen rockigeren, dunkleren Sound erforschte. Das 1981 erschienene Soloalbum 'Anne Linnet' bestätigte eine Ästhetik, die die Stimme in den Mittelpunkt stellt, mit direkten Melodien und ausgefeilten Pop‑Arrangements, während 'Barndommens gade' (1986) ihre Zusammenarbeit mit Ditlevsen für filmische Arbeiten fortführte. Seither wechselt Anne Linnets Karriere zwischen Veröffentlichungen unter eigenem Namen, kollektiven Projekten und Musik für Bildmedien, bei regelmäßiger Bühnenpräsenz in Dänemark. Ihre Lieder behandeln häufig das Intime, Liebesbeziehungen, Geschlechtsidentitäten und gesellschaftliche Fragen und verorten sie in einer Songwriting‑Tradition, in der Pop und Rock sowohl persönlichen Ausdruck als auch gesellschaftlichen Kommentar leisten.
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