Paul St. Hilaire

Geboren in Grand Bay in der Pfarrei Saint Patrick auf Dominica, wuchs Paul St. Hilaire im Reggae- und Dub-Umfeld der Insel auf, bevor er Anfang der 1990er Jahre nach Deutschland zog, zunächst nach Hannover und später nach Berlin. Zunächst als Gitarrist und Sänger in verschiedenen Formationen aktiv – unter anderem bei Radication Squad und Livin’ Spirits – erweiterte er später sein musikalisches Spektrum in Richtung elektronische Musik. Unter dem Namen Tikiman wirkte er bis 2003 an mehreren prägnanten Aufnahmen von Moritz von Oswald und Mark Ernestus mit, vor allem bei Rhythm & Sound, wo seine tiefe, geschmeidige und reduzierte Stimme auf minimale, langsame und tiefgründige Dub‑Techno‑Strukturen trifft. Zu dieser Zeit entstanden auch die auf Showcase (1998) versammelten Stücke sowie Kollaborationen für die Projekte Round Three, Round Four und Round Five, an der Schnittstelle von Dub, House und Spoken Word. Parallel dazu baute Paul St. Hilaire sein eigenes Repertoire auf dem 2000 gegründeten Label False Tuned auf, mit den Alben Unspecified (2003) und Adsom – A Divine State Of Mind (2006). Im Lauf der Jahre arbeitete er außerdem mit Künstlern wie Deadbeat, Rhauder, Scion, The Bug, Tarwater und Modeselektor zusammen, in einem Klangkosmos, in dem vokaler Reggae, Dub und die zurückhaltendsten elektronischen Formen eng verbunden bleiben.

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Mai 22