Frente Cumbiero
Geboren in Bogotá, Kolumbien, rund um den Bassisten, Komponisten und Produzenten Mario Galeano Toro, formierte sich Frente Cumbiero Ende der 2000er Jahre im Gefolge der kolumbianischen Tropical‑Erneuerung. Als Kollektiv mit variabler Besetzung schöpft Frente Cumbiero aus der kolumbianischen Cumbia, dem Porro und den Gaita‑Repertoires, die es mit einem zeitgenössischen Ansatz neu rahmt, in dem Dub, repetitive Muster und eine psychedelische Färbung eine zentrale Rolle spielen. Das Projekt entstand zunächst in der unabhängigen Szene Bogotás durch instrumentale Neuinterpretationen populärer Musik und entwickelte dann einen breiteren Austausch zwischen Lateinamerika und Europa. Zu den Meilensteinen gehört das Album Frente Cumbiero Meets Mad Professor (2011), das die Strukturen der Cumbia mit einer aus Kingston stammenden Dub‑Ästhetik in Dialog setzt, während Cera Perdida (2015) die Schreibweise auf dichtere Kompositionen und schrägere Arrangements zuspitzte. Durch den Werdegang Mario Galeanos, der auch an anderen Projekten der kolumbianischen Szene beteiligt ist, positioniert sich Frente Cumbiero in einem Raum, in dem afrokaribisches Erbe, klangliche Forschung und aktuelle Konzertformate nahtlos aufeinandertreffen.