Stéphane Kerecki
Geboren in Paris im Jahr 1970 hat Stéphane Kerecki sich in der französischen Jazzszene zunächst als Kontrabassist und später als Leiter mehrerer Formationen etabliert, in denen das Schreiben eine zentrale Rolle spielt. Ausgebildet am Conservatoire und dann am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris bei Jean-François Jenny-Clark, Riccardo Del Fra und Jean-Paul Céléa, entwickelt er einen Spielstil, der in der Tradition des modernen Jazz verwurzelt ist und Wert legt auf Klang, Raum und kollektiven Dialog. Nachdem er seine Anfänge an Steve Potts’ Seite gemacht hat, begleitet Kerecki zahlreiche Musiker, darunter Daniel Humair, Michel Portal, Yaron Herman, Denis Colin oder Thomas Savy, und beteiligt sich auch am Paris Jazz Big Band. Bereits in Trioform seit den 2000er-Jahren bekräftigt er eine Ästhetik des zeitgenössischen Jazz, die Offenheit für Verschmelzungen zwischen Lyricismus, Improvisation und stark schriftlich vorgegebenen Strukturen zeigt, insbesondere auf Story Tellers (2004), Focus Danse (2007) und Houria (2009). Sein Werdegang setzt sich in vielfältigen Formaten fort, vom Duo Patience mit John Taylor (2011) über das Nouvelle Vague-Quartett (2014) bis zu French Touch (2018), Out of the Silence (2022) und A Modern Songbook mit Thomas Enhco (2023). Stéphane Kerecki bewegt sich damit zwischen Clubs, Festivals und neuen Projekten, in einem Repertoire, in dem der Kontrabass ebenso Pulsation wie Gesamtfarbe bestimmt.