Carlos Núñez
Als prägende Persönlichkeit der zeitgenössischen atlantischen Musik stammt der Galicier Carlos Núñez aus Vigo im Nordwesten Spaniens. Er wandte sich schon früh der galicischen Gaita und verschiedenen Flöten zu und absolvierte anschließend eine klassische Ausbildung am Konservatorium von Madrid. Jung von der irischen Gruppe The Chieftains entdeckt, begleitete er deren Tourneen und wirkte an mehreren Aufnahmen mit, was ihm den Weg auf die internationale keltische Bühne ebnete. Ab Mitte der 1990er Jahre begann er eine Solokarriere unter eigenem Namen, unter anderem mit dem Album «A irmandade das estrelas» (1996) und später «Os amores libres» (1999), in denen galicisches Repertoire, keltischer Folk, Alte Musik und mediterrane Einflüsse aufeinandertreffen. Seine Arbeit hebt die Verbindungen zwischen Galicien, Irland, der Bretagne und Schottland hervor und integriert zugleich Dialoge mit Flamenco, klassischer Musik und bestimmten lateinamerikanischen Traditionen, in einer arrangierten, akustischen Folk-Ästhetik, offen für erweiterte Ensembles und Kammerformationen. Auf zahlreichen Weltmusik-Festivals und Konzertbühnen in Europa, Amerika und Japan entwickelt Carlos Núñez ein Spiel, in dem die traditionelle Melodie oft neu geschrieben, orchestriert oder durch eigene Kompositionen verlängert wird, wobei der starke Tanzcharakter und kontrollierte Improvisationen erhalten bleiben.
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