Alain Jean‐Marie

Geboren 1945 in Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe hat Alain Jean-Marie einen Werdegang gestaltet, in dem Jazz ständig mit karibischen Musiktraditionen in Dialog steht. Großteils autodidaktisch ausgebildet, spielte er zunächst auf den Bällen in Guadeloupe und lebte anschließend von 1967 bis 1970 in Montreal — eine Zeit, die seine Sprache stärker im Bebop und modernen Jazz verankerte. Seit 1973 in Paris ansässig, setzte er sich auf der Clubszene als einfühlsamer Begleit- und Dialogpianist neben Musikern wie Barney Wilen, Abbey Lincoln, Dee Dee Bridgewater, Boulou und Elios Ferré sowie Patrice Caratini durch. Sein Spiel verbindet einen klaren Anschlag, ausgeprägtes Swinggefühl und eine Phrasierung, die von Biguine, Gwoka und dem kreolischen Repertoire genährt wird, welche er untrennbar mit dem Jazzvokabular verknüpft. Diese Herangehensweise zieht sich durch Alben wie Biguine Reflexions (1992), Gwadarama (2009), Tropical Jazz Trio (2019, mit Patrice Caratini und Roger Raspail), Interplay (2020, mit Diego Imbert) und Creole Promenade (2023). Alain Jean-Marie entwickelt zudem regelmäßig Arbeiten im Solo- und Duobereich, zwischen Standards, eigenen Kompositionen und Neuinterpretationen kreolischer Lieder.

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