Buddy Guy

Aufgewachsen auf Baumwollplantagen rund um Lettsworth in Louisiana, entwickelte Buddy Guy bereits in jungen Jahren ein Gitarrenspiel, das vom ländlichen Blues geprägt war, bevor er 1957 nach Chicago zog und sich dort rasch in der South-Side-Szene etablierte. Als Gitarrist und Sänger des elektrischen Chicago Blues wirkte Buddy Guy in den 1960er Jahren an zahlreichen Aufnahmesessions für Chess Records mit, unter anderem neben Muddy Waters, Howlin’ Wolf und Koko Taylor, und prägte gleichzeitig einen Stil, der durch prägnant scharf gesetzte Anschläge, starken Einsatz von Verzerrung und Kontraste zwischen kargen Passagen und intensiven Ausbrüchen gekennzeichnet ist. Sein erstes Soloalbum, I Left My Blues in San Francisco, erschien 1967, gefolgt von Platten wie A Man and the Blues (1968), Stone Crazy! (1979) und Damn Right, I’ve Got the Blues (1991), die Buddy Guy in ein Repertoire einordneten, das Coverversionen bekannter Stücke, eigene Kompositionen und Anklänge an Rock, Soul und Rhythm and Blues vereint. Seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Mundharmonikaspieler Junior Wells, dokumentiert auf Hoodoo Man Blues (1965), sowie seine internationalen Tourneen stellten ihn an die Schnittstelle von Blues-, Rock- und Festivalbühnen. Ab Ende der 1980er Jahre baute Buddy Guy zudem eine Club-Präsenz mit dem Legends in Chicago auf und nahm weiterhin Studioalben wie Sweet Tea (2001), Living Proof (2010) und The Blues Is Alive and Well (2018) auf, die eine sehr expressive Annäherung an den elektrischen Blues fortsetzen, verwurzelt in der Tradition des Delta und von Chicago, aber offen für zeitgenössische Einflüsse.

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