Mumiy Troll
Mumiy Troll wurde Anfang der 1980er Jahre in Wladiwostok im russischen Fernen Osten um den Sänger und Songwriter Ilya Lagutenko gegründet und setzte sich allmählich auf der russischen Rockszene durch, indem die Band einen Sound entwickelte, der Poprock, New Wave und elektronische Elemente vereint. Nach einer ersten Phase untergrundmäßiger Aktivität in der Sowjetzeit trat Mumiy Troll Mitte der 1990er Jahre wieder hervor, ließ sich in Moskau nieder und gewann an Aufmerksamkeit dank einer Ästhetik, die die Band selbst als „rockapops“ bezeichnet, getragen von einer sehr markanten Stimme, melodischen Basslinien und einer Vorliebe für eingängige, unmittelbare Refrains. Das 1997 erschienene Album Morskaya markierte einen wichtigen Meilenstein und verschaffte der Band Zugang zu größeren Bühnen sowie zu nationalen und später internationalen Tourneen. Die Formation, die als flexibel besetzte Gruppe um Lagutenko funktioniert, gab anschließend zahlreiche Konzerte im postsowjetischen Raum, vertrat Russland beim Eurovision Song Contest 2001 und spielte auf verschiedenen Festivals in Europa, Asien und Nordamerika. Die Diskografie von Mumiy Troll wechselt zwischen russischsprachigen Aufnahmen und Projekten auf Englisch und zeigt ein beständiges Interesse an melodischem Rock, teils mit Indie‑Pop‑Einflüssen, dezenten Synthesizern und tanzbaren Rhythmen, wobei die Verbindung zur maritimen und Hafenvorstellung Wladiwostoks erhalten bleibt.
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